Die Hürden meines Alltags mit psychischen Problemen – PiusLucius

 

Die Hürden meines Alltags

 

Oftmals entsteht Ablehnung durch Unsicherheit. Unsicherheit, weil nicht genügend Wissen da ist, um zu verstehen, was eigentlich vor sich geht. So ist es auch mit der Gesellschaft und psychischen Erkrankungen. Das ist einer der Gründe, warum ich hier auf dem Blog über solche Themen schreibe. Ich will zeigen, dass es nichts ist, wofür man sich schämen sollte und auch nichts ist, wobei man Berührungsängste haben müsste.

Wie zeigen sich meine Probleme eigentlich in meinem Alltag? Woran merke ich, dass bei mir „etwas nicht stimmt“?

Ganz ehrlich? Das ist gar nicht so einfach zu erklären, da sich mein Leben für mich selbst irgendwie ja auch normal anfühlt. Auch die Hürden, die ich da tagtäglich nehmen muss. Manchmal ist es für mich regelrecht unvorstellbar, dass jemand diese Gefühle und Ängste gar nicht so kennt, wie ich sie kenne.

Aber ich schreibe diesen Text ja, weil ich versuchen will, meine Sicht der Dinge zu erklären.

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Eines der Probleme, welches mir als erstes einfällt ist die Angst.

Damit meine ich nicht die Angst, die man hat, wenn ein Auto ungebremst auf einen zurast oder ein Säbelzahntiger vor einem steht. Nein. In solchen Situationen ist Angst durchaus berechtigt und sinnvoll. Ich meine die Angst im Supermarkt, in der Straßenbahn oder im Klassenraum. Angst, die eigentlich keinen Sinn ergibt. Trotzdem bin ich in Situationen, die eigentlich Alltag sind, oft sehr unruhig. Aber auch nicht immer! Es gibt durchaus Tage an denen all das kein Problem ist. Oft habe ich einfach für einige Minuten oder ein paar Stunden solche unbegründeten bzw. übertriebenen Ängste, die ich mir meist selbst nicht erklären kann.

Auch kommt es bis heute immer mal wieder vor, dass ich ganz plötzlich und unvorhergesehen eine Panikattacke bekomme, auch wenn ich im Großen und Ganzen gelernt habe, damit umzugehen.

Mit der Angst gehen unter anderem auch Dissoziationen einher.

Diese nehmen bei mir zwei verschiedenen Formen an. Manchmal habe ich Flashbacks, die mich in schwierige Situationen aus meiner Vergangenheit, in denen ich sehr große Angst hatte, zurückversetzen. In diesen Momenten weiß ich nicht, dass ich eigentlich in der Gegenwart bin, in der alles anders ist. Mein Gehirn gaukelt mir vor, dass diese Situation genau jetzt ist. Ich rieche, was ich früher gerochen habe, schmecke, was ich früher geschmeckt habe und spüre, was ich früher gespürt habe. Die Tatsache, dass meine Nervenzellen diese Signale wiedergeben, obwohl sie gar keinen realen Auslöser haben, macht es mir da so gut wie unmöglich, zu erkennen, dass eigentlich alles okay ist.

Wenn ich heute in einer Situation bin, die mich zu sehr bedrängt, die mich zu sehr an vergangenes erinnert, dann beame ich mich allerdings weg, um mich zu schützen. Zumindest ist das der Versuch. Meistens geht es mir danach aber nochmal schlechter.

Es ist aber nicht nur das Gefühl der Angst, das mir zu schaffen macht. Oft kommt ganz plötzlich die Traurigkeit. Sie klopft nicht an, sondern stürmt einfach in mich hinein und ich kann mich nicht dagegen wehren.

Genauso ist es mit der Wut und der Aussichtlosigkeit. Sie brauchen keinen ersichtlichen Grund, um auf mich einzuprasseln und im Minutentakt meine Stimmung zu ändern.

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Das Schlimmste ist für mich aber wohl, dass ich meine Spannung nur schwer regulieren kann. Das ist für mich das, was am schwierigsten zu beschreiben ist.

Hochspannung entsteht durch die verschiedensten Gründe, manchmal ist es auch einfach nur ein plötzliches Geräusch. Die Anspannung kann innerhalb kürzester Zeit in die Höhe schießen, aber sie wieder herunter zu bekommen ist alles andere als einfach. Die Folgen, wenn ich die Spannung nicht regulieren kann, sind oft schädlich.

Das sind ein paar Hürden meines Alltags. Bei Weitem nicht alle, aber für einen einzelnen Beitrag wäre das einfach zu viel. Deshalb wird es vielleicht eine Fortsetzung geben.

 

Gruß und Kuss,

PiusLucius

 

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